Biegesteifigkeit

Mit zunehmenden Durchmesser der Saite wird das jeweilige Material steifer. Aus der höheren Biegesteife der Saiten resultiert wiederum eine größere Teiltonverstimmung, da sich steifere Saiten eben nicht so gut in Schwingung versetzen lassen wie weniger steife. Hohe Biegesteifigkeit bedeutet: es ist ein geringerer Gehalt an Obertönen vorhanden und die Lage der Obertöne ist wesentlich unharmonischer.

Hier kommt dei den Diskantsaiten den PVF-Saiten ihr, auf ihrer höheren Dichte beruhender, geringerer Durchmesser zustatten. Dies bedeutet, daß Nylondsaiten generell dicker sein müssen, um bei gleicher Saitenzugkraft und gleicher Mensur die gleiche Tonhöhe zu erreichen.

Um bei festgelegter Länge und Spannung einer Saite einen tieferen Ton hervorbringen, ohne daß der Querschnitt zu groß, die Saiten zu dick und unelastisch wurde, ging man nun dazu über, die Saiten mit feinen Drähten aus Kupfer, Silber oder Eisen zu umspinnen. Auf diese Weise erhöhte man die Masse der Saite, ohne ihre Elastizität zu beeinträchtigen, und es war endlich gelungen, die bisher unbefriedigende Situation bei den tieferen Tönen zu meistern. Bei gleichbleibender beziehungsweise je nach Erfordernis auch höherer Masse bestand jetzt die Möglichkeit, den Saitenkern erheblich dünner zu wählen und damit die Schwingungsfähigkeit und die klanglichen Eigenschaften einer Saite, wie zum Beispiel ihren Obertonreichtum, bei etwa uneränderte, Gesamtdurchmesser signifikant zu steigern.